Ferienganztagsbetreuung 2010

Bereits zum vierten Mal fand die Ferienganztagsbetreuung für Kinder vom 1. – 6. Schuljahr statt. Für Eltern, die in der VG wohnen ist die Betreuung schon eine feste Größe im Sommerterminkalender.


Eine verlässliche Betreuung mit Mittagessen und Getränken, Ausflügen, Bastelmaterial uvm. Bedarf natürlich auch kompetente Partner. So steht der Jugendpflege schon seit Anfang an der Schützenverein Tell in Hundsangen mit seinem Gelände, die Ortsgemeinde Hundsangen mit der Turnhalle und die Sportjugend Rheinland Pfalz mit dem Programm „Ferien am Ort“ zur Seite. Einzig im ganzen Westerwald ist das Konzept. Es werden alle Kinder aus der Verbandsgemeinde angenommen. Kein Kind wird abgelehnt. Es steht den Kindern viel Freiraum zur Verfügung. Spielen mit Freunden im Wald ist für die meisten Kinder keine Selbstverständlichkeit mehr. Hier können sie noch soziales Lernen in der altersgemischten Gruppe erfahren. Spielerisch und ohne Zwang an einem bestimmten Programm teilnehmen zu müssen können ein Teil der Ferien verbracht werden. Jedes Jahr gibt es ein neues Thema. Dazu werden Angebote vorbereitet und ein passendes Ausflugsziel ermittelt. Somit lernen die Kinder ganz nebenbei noch viele verschiedene Dinge. In diesem Jahr standen die 4 Elemente auf dem Programm. Feuer, Wasser, Erde, Luft begleiteten die Kinder in den zwei Wochen.

Am ersten Tag wurden, wie jedes Jahr, Regeln erklärt, das Gelände erkundet und eine Geschichte erzählt. Am ersten Tag stand das Feuer im Mittelpunkt. Was kann man damit alles machen. Ist Feuer wichtig, gut oder böse, brauchen wir Feuer usw. Viele der „alten Hasen“  kümmerten sich gleich um die Neuen und zogen mit ihnen los. Häuser und Burgen bauen oder auch nur das eigene Territorium abstecken. Dafür braucht man eben eine Mannschaft. Andere gestalteten Feuerbilder. Große bunte Flammen entstanden in Windeseile auf dem Papier. Bald war der erste Tag vorbei und die Kinder wurden abgeholt.

Am nächsten Tag gab es die zweite Geschichte. Thema war das Wasser. Wasser macht Spaß, Wasser gibt uns Kraft, Wasser leistet Arbeit usw. waren die verschiedenen Themen, die die Kinder spontan ansprachen. Jeder konnte seine Erfahrungen und sein persönliches Wissen mit einbringen. Vorab schon einmal eine Info: Wasser war wegen der großen Hitze mehr als nur EIN Thema. Nachmittags konnten sich alle vom Spaß mit Wasser überzeugen. Ein Besuch im Schwimmbad stand an. Alle 115 Kinder stürzten sich ins kühle Nass. Das tat bei der „Affenhitze“ besonders gut.

Mittwoch ging es zur Feuerwehr. Die Kinder erfuhren jede Menge über Wasser und Feuer, konnten Uniformen anprobieren, Motoren anwerfen, mit Wasser spritzen und im Feuerwehrauto sitzen. Da die Gruppe viel zu groß für eine einzige Führung war, wurden die Wartepausen zum Fußballspielen, Klettern, Kartenspielen usw. genutzt. Heute wurde das Essen auf der grünen Wiese verteilt. Nudel mit Gulasch – lecker. Nachmittags ging es zurück zum Schützenhaus. Aber zum Toben war es viel zu heiß, deshalb wurde schnell noch Eis für alle organisiert.

Am Donnerstag konnten die Kinder in der Geschichte einmal erleben, wie schnell man Wasser verschmutzen kann. Sie konnten an einem Experiment mitwirken. Die Kinder erlebten, dass mit Diesel verschmutztes Wasser sehr lange verschmutzt bleibt. Ein Tropfen reicht um sehr viel Wasser unbrauchbar zu machen. Als weiteres Bastelangebot gab es Alabastersteine zu bearbeiten, Das wurde sehr gerne angenommen. Mit viel Liebe wurden kleine Unikate erstellt. Auch die Betreuer werkelten gemeinsam mit den Kindern um die Wette.

Die Sonne war am letzten Tag in der ersten Woche Inhalt der Geschichte. Aber Sonne hatten alle sowieso. Zum Toben war es einfach viel zu heiß. Die Kinder spielten lieber ruhige Spiele, oder hielten sich im Wald auf. „Was ist mit dir, warum sitzt du hier. Ist etwas passiert?“ War oft eine Frage an die Kinder. „Mir ist langweilig.“ „Na dann geh doch was spielen.“ „Bloß nicht das ist mir viel zu heiß.“ Das waren oft geführte Gespräche. Die Kinder nahmen sich viele Auszeiten. Aber mit verschiedenen Bastelangeboten, viel Trinken und ab und an mal ausruhen ging die erste Woche zu Ende.

Erde, Steine, Vulkane und vieles mehr wurden am ersten Tag in der zweiten Woche besprochen. Aber auch Luft gibt es in der Erde. Was nutzt uns das alles und was können wir damit anfangen. Anschließend konnten die Kinder Luftballons aufblasen und mit bunten Papier bekleben. Kleine Laternen sollten entstehen. Leider war es tagsüber zu heiß und Nachts zu kühl, sodass die Luftballons zu schnell schrumpften und die Laternen leider nicht gelangten. Aber die Kinder waren deshalb nicht sehr traurig. Schnell wurde mit Kleister und Papierschnipsel auf großen Blättern eigene Kreationen entwickelt.

An diesem Tag stand der Ausflug auf dem Plan. Ein Besuch des Geysirs auf dem Namedyer Werth und das Zentrum dazu waren vorgesehen. Mit drei Bussen ging es ab zum Rhein. Begrüßt wurden die Kinder mit einem kurzen Film zum Thema. Anschließend ging es ganz tief unter die Erde. Alle Kinder sollten sich vorstellen kleine Gasbläschen zu sein, die nichts anderes im Sinn hatten nach oben an die Luft zu kommen. Wie es den Bläschen ergeht auf ihrer Reise an die Oberfläche, konnten die Kinder hautnah oder in anschaulichen Experimenten erleben.        Um die Mittagszeit ging es zum Schiff. Hier gab es auch Mittagessen. Nach einer kurzen Rheinfahrt wurde zum Geysir gelaufen. Das war spannend. Begeistert verfolgten sie dem „Ausbruch“ des Geysirs. Für viele Kinder war das ein sensationelles Erlebnis. Der Weg zurück wurde zu Fuß zurück gelegt. Auf halber Strecke konnten die Kinder noch am Rhein spielen. Hier gab es neben Obst und Getränken auch noch verschiedene Süßigkeiten. Dann ging es zurück zu den Bussen und ab in den Westerwald.

Die Kläranlage von Hundsangen war am Mittwoch das Thema des Tages. Hier arbeiten wieder 2 Elemente zusammen: Luft und Wasser.  Die Kinder konnten Fragen stellen und alles unter die Lupe nehmen. Geduldig wurde alles beantwortet und erklärt. Und nach dem Mittagessen gab es eine Überraschung. VG Bürgermeister Klaus Lütkefedder  besuchte die Kinder am Schützenhaus. Im Gepäck hatte er einen riesigen Karton voll Eis. Schnell sprach es sich herum und schon standen alle Schlange. Leider oder auch zum Glück hatte er nur wenig Zeit und konnte nicht allzu lange bleiben. An diesem Nachmittag steht, wie jedes Jahr,  die Betreuertaufe an. Eine Wasserschlacht wie sie im Buche steht. Badesachen sind verpönt. In Klamotten macht es um so mehr Spaß. Aber bei den Temperaturen macht das gar nichts. Manche Eltern bemerkten noch nicht einmal, dass ihr Sprössling nass war.

Vorletzter Tag heißt immer auch Übernachtungstag. Aber bevor es losgehen konnte, mussten erst einmal alle Schäden beseitigt werden, die das Unwetter am Abend zuvor gemacht hatte. Unzählige Äste und Laub lag überall herum. Unser zelt war Gott sei Dank stehen geblieben. Aber ein Baum war quer über die Straße gefallen. Schnell kam unser Herr Höhn und sägte ihn in handliche Stücke. „Prima, dann haben wir auch genügend Holz für unser Lagerfeuer“ meinte eines der Kinder. Nun halfen alle mit und beseitigten die Reste. Anschließend wurden die Zelte aufgebaut und das Lager eingerichtet. Steine wurden herbei geschleppt und eine Feuerstelle errichtet. Das vorbereitete Holz schichteten die Kinder schon mittags auf, damit es nur endlich losgehen konnte. Zum Mittagessen halfen alle Betreuer mit, denn es gab wieder jede Menge selbstgemachter Pizza. Nachmittags wurden die Tageskinder abgeholt. 18.00 Uhr war ein besonderer Zeitpunkt. Zum Einen war jetzt Elternverbot. Was sich im laufe des Abends und in der Nacht sehr bewährte. Zum Anderen mussten sich alle entscheiden: Bleibe ich oder fahre ich. Diese Entscheidung wurde bis zum Morgen dann auch durchgehalten. Am Abend gab es dann Würstchen am Stock, Stockbrote, Wassermelonen, Chipse und Bier aus dem Hause Malz. Zur späten Stunde wurde gemeinsam noch am Lagerfeuer getanzt. Dann wurde es richtig spannend. Es gab Public Viewing. Es wurde eine Leinwand auf der Wiese neben dem Lagerfeuer errichtet und die Kinder konnten alle gemachten Fotos der Betreuung ansehen. Selbst die Aufnahmen vom gleichen Abend. Das war ein riesen Spektakel. Mit lautem hallo wurden die Bilder bejubelt. Dann gab es noch eine Feuervorstellung. Einige Betreuer spuckten Feuer, andere spielten mit Feuerbällen. Dann ging’s ins Bett bzw. Zelt und Schlafsack.

Nach einer mehr oder weniger ruhigen Nacht, gab es frische Brötchen zum Frühstück. Viele Kinder fingen an schon ihre Zelte abzubauen und alles zusammen zupacken. Am letzten Tag konnte noch einmal  alles ausprobiert werde. Zusätzlich wurden aus „Müll und Abfallprodukten“ Wasserräder gebaut und auch gleich ausprobiert. Zum Mittagessen war nur noch die halbe Mannschaft vor Ort. Viele Eltern hatten ihr Kinder schon am Vormittag abgeholt. Der Rest half beim Aufräumen und sauber machen. Für die meisten stand am späten Nachmittag fest: Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei. Auch viele der Betreuer haben sich schon bereit erklärt auch im nächsten Jahr zu helfen.