Wir haben Auschwitz gesehen

Wir sahen die Betten und die Verbrennungsöfen, die Gaskammern und das unvorstellbar große Gelände der Konzentrationslager. Und weil es nicht immer einfach ist, diese Eindrücke mit Menschen zu teilen, die all das nicht gesehen haben, veranstalteten wir, die Klasse 10a, am 11. März 2011 einen Abend, der es ihnen einfacher machen sollte zu verstehen…

Die Besucher gelangten über gemalte Zuggleise, vorbei an einer Vitrine voll mit Haaren, Brillen und Schuhen, in den Musikraum, der für diesen Abend zum Duschraum umbenannt wurde. Dies zeigte den Weg, den auch die Opfer der Nazis gehen mussten, als sie in Auschwitz ankamen.

Einen bewegenden Moment unserer Exkursion – die Begegnung mit einem Roma, der das Konzentrationslager Auschwitz überlebte – stellten wir in einem Schauspiel dar. Dabei sollte die unangenehme Wirkung eines Scheinwerfers veranschaulicht werden, indem mit diesem einige Male durch die Reihen des Publikums geleuchtet wurde.

Ein anderes Bild lieferte eine Aufführung, durch die klar wurde, mit welch einer Begeisterung einige Menschen Hitler gefolgt und wie treu sie ihm bis zum Ende ergeben waren, bevor jedoch auch sie durch laut dröhnende Bombenangriffe fielen.

Eine Diashow unserer eigenen Fotos sollte einen Eindruck vom Gesehenen verschaffen. Doch auch wenn man all diese Bilder sieht, kann man den Schmerz und das Leid der Menschen nicht einmal annähernd nachvollziehen.

Schließlich erzählten wir mit welchen Erwartungen wir nach Auschwitz gefahren waren und welche Eindrücke wir gewonnen hatten. Man kann wohl sagen, dass es schwer ist zu beschreiben, was man fühlt, wenn man in einer Gaskammer steht, in der damals in weniger als drei Minuten mehrere tausend Menschen starben. Während es uns nur wie ein kurzer Augenblick vorkommt, muss es für die Sterbenden eine Ewigkeit gewesen sein.

Wenn wir heute an die Verbrechen von damals denken, kommt es uns weit entfernt vor und viele glauben, dass etwas derartiges nicht mehr vorkommen kann.

Umso schrecklicher ist es, dass es heute wie auch damals Menschen gibt, die all das für gut und richtig halten.

Carolin Kühn

 

 

Auschwitz_gesehen

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