Lernort Bauernhof

Bauernhof, Gut Ostler in Bonn-MessdorfZu Beginn der Osterferien war es wieder soweit. Der Großteil der 23 Kinder kam aus den Verbandsgemeinden Wallmerod und Rennerod. Der restliche Teil wurde über die Kreisjugendpflege angemeldet. Wie schon im letzten Jahr war die Fahrt ruckzuck ausgebucht.

Gut Ostler in Bonn - Messdorf ist aber auch eine Reise wert. Nicht nur die Artenvielfalt der Tiere lockt die Kinder, sondern auch eine Nacht im Heu oder Stroh.

Das Gut Ostler ist ein Demeterhof und wird mit der entsprechenden Philosophie bewirtschaftet. Die Kinder interessieren sich dabei weniger für die angebauten Pflanzen, sondern meist nur für die Tiere. Schon bei der Ankunft wurden alle von den kleinen Schaflämmchen lautstark begrüßt. Aber auch bei der anschließenden Hofführung wird ein Eimer mit altem Brot mitgenommen, so dass alle Kinder auch die Tiere füttern können. Denn Anfassen ist meistens erwünscht. Nur die neugeborenen Babys dürfen nicht geknuddelt werden. Alles andere steht zur Verfügung. So auch Fridolin. Der Stier auf dem Hof. Ein richtiges Seelchen, das sich riesig über die vielen Kinder gefreut hat. Geduldig hat er alle kleinen Hände über sich ergehen lassen und ganz vorsichtig hat er auch das Brot aus den Kinderhänden geholt. Was aber nicht so einfach war, denn der Respekt vor so einem mächtigen Tier war schon enorm.

Besonders die kleinen Lämmchen hatten es den Kindern angetan. Aber auch mit Hühnern kuscheln war angesagt. Lämmchen Max und Moritz und Henne Nicole ertrugen mit Engelsgeduld alle Kinderstreicheleinheiten.  Besonders interessant war Paulinchen, ein verstoßenes Lämmchen, das nun mit der Flasche aufgezogen wird. Hier konnten die Kinder die Unterschiede zwischen Flaschenaufzuchten und natürlicher Aufzucht vergleichen. Das Zwillingsbrüderchen von Pauline wird von der Schafmutter großgezogen und ist fast doppelt so groß wie die Flaschenaufzucht.

Alle Fragen wurden geduldig beantwortet. Viele interessante Dinge konnten gelernt werden. Am späten Nachmittag ging es zum Filzen. Rohwolle musste gezupft und gestriegelt werden. Die einzelnen Haare sollten alle in eine Richtung liegen. Daraus wurden kleine Schäfchen und Osterhasen gefilzt. Es machte allen mächtig Spaß und jeder verstaute anschließend sein Kunstwerk ganz schnell im Rucksack.

Nach dem leckeren Abendessen, zu dem es hofeigene Lebensmittel und Fleisch gab, wurde ein Lagerfeuer entzündet und Stockbrote gemacht. Die anstehende Nachtwanderung viel etwas mager aus, da einige Kinder schon die Reise mit Magendarmgrippe angetreten waren. Nach einer kurzen Nacht im Stroh ging es am nächsten Tag noch mit dem Traktor über das Messdorfer Feld zur Bushaltestelle. Müde und mit allen Gerüchen eines Bauernhofes kehrten alle am Nachmittag wieder in den Westerwald zurück.