Lernort Bauernhof

Es ist schon verwunderlich, dass 17 Kinder aus dem Westerwald nach Bonn reisen, um einen Bauernhof zu besichtigen. Aber das Gut Ostler bietet schon einen besonderen Service. Am Stadtrand von Bonn im Vorort Mesdorf liegt das Hofgut inmitten von Wiesen und Feldern. Da der Hof als Demeterhof betrieben wird, kann hier noch "ursprüngliche Landluft" geschnuppert werden. Hier wird alles biologisch und ökologisch angebaut. Die Tiere werden natürlich und artgerecht gehalten. Es besteht keine Monokultur.

Früh morgens ging es schon los. Man traf sich auf dem ICE Bahnhof. Von hier ging es mit dem Bus zunächst nach Koblenz und von Dort mit der Regionalbahn nach Bonn. Mit dem Stadtbus wurden alle bis kurz vor die Tore des Hofes gefahren. Ein kurzer Fußweg und schon waren alle da. Aber schon auf dem kurzen Weg, der am Grundstück des Gutes vorbeiführte, zeigten die Kinder ihre Begeisterung. Im Garten gab es reichlich Federvieh: Hühner samt Hahn, Enten und Gänse. Um die Ecke im Hof wurden alle von kleinen Ziegen und dem Schaflämmchen Hubert begrüßt.


Aber bevor alle den Hof erkunden konnten wurde zuerst das Heuhotel bezogen. Ganz oben auf dem Heuboden waren gemütliche Ecken und Nischen aus Heu eingerichtet. Hier wurden schnell die Schlafsäcke ausgepackt und schon ging es weiter zu einem kleinen Imbiss, der aus leckerem Kräuterquark und frischen Gemüse bestand. Wasser und frischer Apfelsaft stand den Kindern ebenfalls ständig zur Verfügung. Dann wurde der Hof erkundigt. Anfassen war erlaubt. Und so wurden recht viele Streicheleinheiten ausgetauscht. Denn nicht nur die Kinder haben das alles genossen, sondern auch die Tiere fühlten sich sichtlich wohl. Da es auf dem Hof neben dem Federvieh auch noch Kaninchen, Ziegen, Schafe, Schweine, Kühe, Esel, Pferde und ein Pony gab waren schnell Lieblingstiere erkoren. Anschließend durften alle helfen ein Schaf einzufangen. Dieses wurde im Beisein der Kinder geschoren.

Die Betreuer vor Ort beantworteten geduldig alle Fragen und davon gab es endlos viele. Ist es dem Schaf zu warm? Kann das Schaf schwitzen? Was bekommt Hubert zu fressen? Warum legen die Hühner braune Eier? Gibt es auch noch andere Farben? Da ging der Tag viel zu schnell vorbei. Damit sich alle ausruhen konnten, wurde eine Traktorfahrt über die Felder unternommen. Das war selbst für Westerwälder ein tolles Erlebnis. Zurück auf dem Hof wurde die Wolle verarbeitet. Mit gewaschener und gekämmter Wolle konnten die Kinder anschließend filzen. Und damit niemand vergisst, wo das Material herkam, wurden kurzerhand Schäfchen gefilzt.

An einem großen originalen Indianertipi wurde ein Lagerfeuer entfacht, Würstchen gegrillt uns Stockbrote gebrutzelt. Dazu gab es lecker Nudel- und Kartoffelsalat. Als die Dunkelheit hereingebrochen war starteten alle über die Felder zu einer großen Nachtwanderung. Spät in der Nacht konnten endlich alle im Heu verschwinden und von Lämmchen, Ziegen und knuddeligen Kaninchen träumen. Die Attraktion im Heuhotel zeigte sich allerdings gar nicht in ihrer vollen Pracht. Oben auf dem Heuboden nistet ein Schleiereulenpärchen. Nur aus der Ferne konnten die Kinder die Eulen sehen. Aber in der Nacht hat sie uns besucht. Die Spuren am nächsten Tag waren eindeutig. Für die Kinder war es ein besonderes Erlebnis. Der einzige Kritikpunkt, und da waren sich alle einig, war: Schade, dass es schon vorbei ist.