Das neue Erscheinungsbild der rechten Szene

Themenabend des Kreisjugendamtes in Herschbach(Oww) informierte über Symbole und Styling

Bei jungen Menschen ändern sich Bedeutungen und Moden schnell und die Versuchung liegt nahe von der Kleidung auf die Geisteshaltung zu schließen. Jedoch was heute noch als eindeutiges Zeichen steht, kann morgen seine Bedeutung verloren haben. Daher ist Aufklärung im Bereich des Rechtsextremismus fortlaufend notwendig und wichtig.

Das ein Interesse in der Gesellschaft besteht, bewies die große Vielzahl an Teilnehmern, bestehend aus Eltern, Pädagogen und Jugendlichen, die der Einladung des Kreisjugendamtes und der Verbandsgemeindejugendpflege Wallmerod in den Sitzungssaal des Feuerwehrgerätehauses in Herschbach folgten.


"Die Rechten nutzen heute die Kleidung und Symbole der linken Szene, um so unerkannt zu bleiben. Es gibt heute ebenso einen schwarzen Block in der rechten, wie in der linken Szene. Der Anzug oder das Palästinensertuch kann dabei ebenso als Erkennungszeichen dienen" berichtete der Vertreter des Landesinnenministeriums in Mainz. Der herkömmliche Skinhead sei längst nicht mehr der typische Vertreter seiner Gesinnungszunft, erfuhren die Besucher, sondern er gehöre eher einer Randgruppe innerhalb der rechten Szene an. Generell gelte: Anhänger der rechten Szene sind immer schwieriger als diese zu erkennen. Sie greifen mehr auf Codes und Symboliken zurück, die dem geschulten Auge nicht direkt mitteilen: "ich bin ein Rechter".

Weiter gab es im Verlauf des Abends Informationen zu Zahlencodes, Symbolen und Bekleidung. Beispielsweise stellt der Zahlencode 88 auf der Kleidung die Abkürzung für "Heil Hitler" mit dem 8. Buchstaben des Alphabets dar. In regen Diskussionen mit den Besuchern wurden Fragen zu Musik und Kleidungsherstellern beantwortet. Bemerkenswert war, dass einige Jugendliche sich bestens in der Szene auskannten und ihr Wissen an die anderen Besucher weitergaben.

Die Präventionsagentur gegen Rechtsextremismus des Ministeriums besteht seit dem vergangenen Jahr und hat sich zum Ziel gesetzt, in Rheinland-Pfalz ein Netzwerk zu errichten. Innerhalb dieses Netzwerkes sollen Informationsveranstaltungen, aber auch Beratung und Intervention in Rheinland-Pfalz möglich sein.